Am Ostermontag gings in den Zollernalbkreis, endlich mal wieder eine Bergtour, wenn auch nicht wirklich alpin. Ich starte um 10:40 Uhr auf dem Wanderparkplatz in Boll bei Hechingen, südlich von Reutlingen, und laufe zuerst eine ganze Weile auf einem Teersträßchen entlang des markierten Wanderwegs 14 (schwarz gekennzeichnet, zusätzlich ein blaues Dreieck) bis an den Waldrand. Die Teerstraße hört auf und geht in einen breiten aber ziemlich steilen Forstweg über, dem ich entlang der Wegmarkierung weiter folge. Nach etwa 45min. erreiche ich die Schuhmacherhütte, an der auch ein ganz lauschiger Grillplatz gelegen ist. Der Forstweg führt weiter steil nach oben. Ich folge an der zweiten Abzweigung nach rechts der Wegmarkierung auf einen anderen, flacheren Forstweg und wenige Minuten später steil nach links einem kleinen Steig in den Wald hinein. Am höchsten Punkt erreiche ich gegen 11:50 Uhr den Emmafelsen, einen ziemlich dicken Brocken, der vor langer Zeit einmal von der Traufkante abgebrochen und im Wald liegen geblieben ist. Von dort aus geht es buchstäblich über Stock und Stein weiter, so dass ich froh bin, richtige Bergschuhe zu tragen, und ich verliere sogar kurz den Weg. Glücklicherweise, denn so entdecke ich am Rand einer kleinen “Schlucht” ein großes Feld herrlich weiß und lila blühenden Lerchensporns. Nach einer nun notwendigen Fotopause erreiche ich um 12:40 Uhr die Traufkante und trete aus dem Wald auf eine noch ziemlich vertrocknete Wacholderheide. Weil das Frühstück nun immerhin schon einige Stunden und etwa 350 Höhenmeter zurück liegt, mache ich erstmal Rast. Um 13:00 Uhr gehe ich weiter über die Heide, immer an der Traufkante entlang und erreiche nach wenigen Minuten den Hängenden Felsen, der bedrohlich über dem Tal hängt und einen schönen Ausblick auf den hinter mir liegenden Aufstieg freigibt. Ich überquere eine angsteinflößende Felsspalte, die deutlich macht, dass der Hängende Felsen bald einmal nicht mehr hängen könnte und folge immer weiter der Traufkante bis zum Backofenfelsen, von wo aus endlich die Burg Hohenzollern sichtbar wird (Bild am Artikelanfang). Nun geht es ein paar Serpentinen hinunter und auf der nächsten Forststraße rechts weg bis zum Zeller Horn, das der Burg direkt gegenüber liegt und auch die beste Sicht darauf bietet. Auf die Burg blickend geht es rechts neben dem Aussichtspunkt durch den Wald hinunter bis zur Kapelle Mariazell. An der laufe ich aber einfach vorbei, weil mich die Neugier auf einen Pfad mitten durch den Wald geführt hat und so stehe ich bald am Steig, der steil zur Burg hinauf führt. Und so erreiche ich nach ca. 200 anstrengenden Höhenmetern um 14:30 die wirklich beeindruckende Burg Hohenzollern (Wikipedia, offizielle Website) und muss zu meiner Enttäuschung feststellen, dass es keinen Biergarten gibt. An der Burg vorbei und nach einem kurzen Abstieg auf der anderen Seite erreiche ich aber den Parkplatz, wo ich mir endlich ein kühles Radler gönnen kann. Von dort aus geht es rechts am alten Wachturm vorbei durch den Wald abwärts. Am zweiten kreuzenden Forstweg gehe ich nach rechts und an der nächsten Kreuzung geht es geradeaus schon wieder nach Boll zurück, wo ich um 15:30 Uhr den Wanderparkplatz erreiche.
Es war eine schöne Tour, genau die richtige Länge für den Neustart nach dem Winter. Das Wetter war herrlich, für April fast zu warm. Sehr gut gefallen hat mir die Markierung der Wege, immer deutlich sichtbar (bis vielleicht auf die Stelle hinter dem Emmafelsen) und eindeutig, dazu eine gute Übersichtskarte am Wanderparkplatz. Die Zollernalb ist also wirklich ein lohnendes Ausflugsziel.
Fotos
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Tourdaten
Länge: 15,5km
Gehzeit: 4,5 Stunden
Höhendifferenz: 570m, 370m absolut
Höchster Punkt: Hängender Stein, 923m
Ausrüstung: festes Schuhwerk
Schwierigkeit: mittel
Literatur: Wandern auf der schwäbischen Alb, Frank Hohlfeld, DuMont

















Alda wie krass?!